Eine Woche Vis – Inselhüpfen mit kurzen Schlägen
Nur ein großer Schlag, danach Buchten, Klippen und eine Natur, die man sich nicht ausdenken kann. Unsere Route rund um Vis und Biševo und über Hvar und Brač zurück.
Vis ist die Insel, auf die man nicht mal eben schnell fährt. Gerade das macht sie besonders. Wer sich hier Zeit nimmt, statt nur durchzurauschen, entdeckt Buchten, Klippen und eine Natur, die man sich nicht ausdenken kann.
Diese Route hat nur einen großen Schlag. Danach geht es in kurzen Etappen rund um Vis und Biševo und auf dem Rückweg über Hvar und Brač zurück nach Trogir.
Karte vergrößernWann wir unterwegs warenWir sind die Runde im Mai gesegelt, und nirgends war viel los. Im Hochsommer wird man hier wahrscheinlich wahnsinnig. Wer kann, plant Vis also für die Vor- oder Nachsaison ein.
Tag 1Trogir → Šolta, Uvala Šešula
Leinen los in Trogir gegen 15 Uhr. Der erste Schlag ist kurz: rüber nach Šolta in die Bucht Šešula. Ankommen, Anker runter, Crew sortieren und den ersten Abend auf dem Wasser genießen. Mehr muss am ersten Tag nicht sein.
Tag 2Šolta → Vis, Bucht Rogačić – der „U-Boot-Tunnel“
Heute steht der einzige große Schlag der Woche an: rüber nach Vis. Ziel ist die Bucht Rogačić kurz vor der Einfahrt nach Vis-Stadt. Dort ankern und einen kleinen Ausflug in die alte Bunkeranlage machen, denn der ganze Berg ist sozusagen unterhöhlt.
Alle sprechen hier vom „U-Boot-Tunnel“, wahrscheinlich, weil es wilder klingt. Tatsächlich war er nie für U-Boote gedacht, sondern für kleine Schnellboote. Die Tunnel haben nur etwa 3 Meter Wassertiefe.
Nicht mehr im Tunnel festmachenAuf unseren Fotos liegen wir mit dem Boot im Tunnel. Das ist inzwischen nicht mehr erlaubt, ein Schild verbietet es seit etwa 2023. Also in der Bucht ankern, sie ist sehr geschützt, und den Tunnel zu Fuß oder mit dem Dinghy erkunden.
Bleiben oder in den Hafen? Man kann über Nacht in der Bucht bleiben oder nach Vis-Stadt in den Hafen fahren. Dort kostet die Nacht je nach Bootsgröße zwischen 85 und 140 € inklusive Strom und Wasser. Es gibt ausreichend Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten.
Unser TippWer nur zum Auftanken und Einkaufen vormittags oder gegen Mittag in den Hafen fährt, kann für ein kleines Trinkgeld oft ein, zwei Stunden festmachen. Sprecht mit den Marineros 😉
Tag 3Nördlich um Vis herum → Biševo, Plaža Porat
Heute geht es nördlich um die Insel herum. Diese Seite ist sehenswert: steile, hohe Klippen, an die man an einigen Stellen dicht heranfahren kann. Die Buchten auf der Nordseite sind eher etwas für sehr stabiles Wetter.
Abstecher Komiža
Auf dem Weg nach Biševo liegt Komiža an der Westseite von Vis, und der Stopp lohnt sich. Die kleine Altstadt ist wirklich sehr schön, man kann gut essen und die Vorräte auffüllen. Der Hafen ist sehr gepflegt, das Liegen an der Pier aber teuer.
Achtung, FallwindeIn der Bucht von Komiža muss man mit Fallwinden rechnen. Das Anlegen ist hier etwas anspruchsvoller, egal ob rückwärts mit Mooring an der Pier oder an den Bojen.
Achtung, hohe PierDie Pier in Komiža ist sehr hoch. Wer Leute an Bord hat, die nicht so gut zu Fuß sind, bekommt sie dort kaum vom Boot. Die Alternative ist eine Boje im Hafen und mit dem Dinghy an Land.
Plaža Porat auf Biševo
Weiter geht es zur Insel Biševo in die Bucht mit der Plaža Porat, einem herrlichen Sandstrand. Hier kann man gut ankern. Gekostet hat uns das bisher nie etwas. Wenn die Strandbar offen ist, freuen sich die Leute dort, wenn man ein paar Euro dalässt.
WichtigLasst den Anker bitte in den Sand fallen und nicht ins Seegras.
Wenn viel los ist, wird geankert und mit Landleine auf der Nordseite festgemacht. Dafür gibt es Befestigungspunkte am Fels, also Augen offen halten 😉
Und die Blaue Grotte? Sie liegt ebenfalls auf Biševo und kann mitgenommen werden. Allerdings darf man nicht auf eigene Faust hineinfahren. Das Segelboot wird in der Nähe festgemacht, und dann geht es mit einem Ausflugsboot und gegen Eintritt in die Grotte. Ehrlich gesagt ist es dort immer voll und laut, weil ständig Schnellboote mit Strandurlaubern von Vis herüberkommen. Wer es ruhig mag, verpasst nichts, wenn er sie auslässt.
Die Vulkan-Runde: Brusnik, Sveti Andrija und Jabuka
Von Biševo aus seht ihr sie am Horizont: Brusnik, Sveti Andrija und ganz weit draußen Jabuka. Das muss man wirklich wollen. Drei Vulkaninseln, ein kleines To-do für Segler. Los geht es im Dunkeln, und zurück auf Vis ist man erst wieder im Dunkeln, nach weit über 50 Seemeilen an einem Tag.
Wir haben diesen Monster-Schlag im Oktober zu zweit gemacht. Mit Frühstück im Beiliegen, einem ausgefallenen Autopiloten und den letzten zwei Seemeilen im Nebel an der Küste. Es war der Hammer.
Zum ganzen Bericht →Tag 4Biševo südlich umrunden → Vis, Bucht Stiniva
Biševo im Süden umrunden, wo eine schroffe Felsküste zu sehen ist. Danach geht es zurück Richtung Vis in die Bucht Stiniva.
Wer Glück hat, ergattert eine der sechs Bojen und bleibt direkt dort. Bezahlt haben wir hier noch nie. Den ganzen Tag verbringen und die Bucht erkunden: Das ist ein Platz, den man sich gar nicht ausdenken kann. Wahnsinn.
So kommt ihr hineinAm besten mit dem Dinghy oder dem Stand-up-Paddle. Schwimmen geht auch, würden wir aber nicht empfehlen, weil es dann doch weiter ist als gedacht.
Keine Boje frei? Dann lohnt es sich trotzdem, die Crew mit dem Dinghy in die Bucht zu schicken, denn es ist dort einfach gigantisch. Der Skipper dreht draußen ein paar Runden und sammelt die Crew später wieder ein.
Übernachtung, falls Stiniva nicht klappt
Weiter an der Südküste von Vis entlang, zwei Möglichkeiten:
- Uvala Ruda (West): zum Ankern.
- Uvala Rukavac: Hier lohnt es sich, vorher bei der Konoba Dalmatino anzurufen und eine ihrer Bojen zu reservieren.
Achtung, PreiseSchaut im Restaurant auf die Karte. Peka für fast 50 € pro Person ist nicht ganz günstig.
Grüne Grotte auf Ravnik: Gegenüber der Bucht liegt die kleine Insel Ravnik mit der Grünen Grotte. Dort gibt es Bojen, an denen man eine Stunde kostenlos festmachen kann. Der Eintritt in die Höhle kostet 12,50 € pro Person, und hinein geht es aus eigener Kraft: schwimmend, mit SUP oder mit dem Dinghy.
Tag 5Vis → Hvar, ACI Marina Palmižana
Heute geht es Richtung Hvar auf die Insel Palmižana mit der ACI Marina Palmižana. Wer Trubel und High Society mag, ist hier gut aufgehoben. Die Marina ist top ausgestattet, die Restaurants auf der Insel sind preislich eher gehoben.
Unsere EmpfehlungIm Restaurant Palmižana Meneghello haben Preis und Leistung für uns gepasst.
Tag 6Hvar → Brač, Bucht Bobovišća
Weiter zur Insel Brač in die Bucht Bobovišća, die optisch ein echtes Highlight ist. Hier kann man rückwärts direkt an der Pier festmachen. Ist die Pier voll, gibt es weiter vorn Bojen, oder man ankert direkt an der Einfahrt der Bucht.
Das Restaurant in der Bucht ist nicht so der Hit. Unser Tipp: Resteessen an Bord und sich dort nur Pommes oder Beilagen dazuholen. Und der Typ an der Pier wirkt wie aus einem Film entsprungen, irgendwo zwischen Fluch der Karibik und … wir wissen es auch nicht genau 🙂
Tag 7Brač → Trogir
Freitag früh geht es zurück nach Trogir.
Der letzte Abend in Trogir Wer erst am Samstag früh zurückfliegt, sollte den letzten Abend in der Altstadt von Trogir verbringen. Direkt an der Promenade in erster Reihe gibt es tolle Restaurants, dort ist es allerdings preislich etwas intensiver. Wir waren in der Konoba Toma und hatten einen richtig schönen letzten Abend, bevor es am Samstag mit dem Flieger nach Hause ging.
Eine Woche, nur ein großer Schlag und trotzdem so viel gesehen: Tunnel im Berg, Sandstrand auf Biševo, das Felsentor von Stiniva und ein Morgen in Bobovišća. Wer Vis mit kurzen Schlägen segelt statt durchzurauschen, bekommt eine Insel mit aller Vielfalt.
Unser Rat für boot.rent: Nehmt euch Zeit für Vis und lasst euch neugierig machen auf die nächste Insel.

