Boot, Wohnmobil oder Ferienhaus? Was kostet die Woche zu viert
Zwei Paare, eine Woche in Dalmatien, drei Jahreszeiten. Wir haben nachgerechnet, was jede Variante pro Person wirklich kostet, und sagen dir auch, wo unsere Rechnung Lücken hat.
Eigene ErfahrungStand Oktober 2026KurzantwortIm Beispiel für zwei Paare kostet das Boot am meisten und das Ferienhaus am wenigsten. Wie groß der Abstand ist, hängt stark von der Jahreszeit ab. Die Zahlen für Mai, Hauptsaison und September stehen in der Tabelle darunter.
Die Annahmen
Wir haben bewusst einen Mittelweg gewählt: kein Luxus, aber auch nicht das billigste Angebot, das es gibt. Bei allen drei Varianten geht es günstiger, dazu weiter unten mehr. Damit der Vergleich fair bleibt, haben wir uns feste Regeln gegeben:
- Crew: vier Personen, zwei Paare, jedes Paar teilt sich ein Bett.
- Boot: eine Bavaria 40 (Baujahr 2013) mit drei Kabinen. Zwei Kabinen werden belegt, die dritte bleibt frei.
- Wohnmobil: Wir bleiben für die Woche auf einem Campingplatz. Mit einem so großen Fahrzeug fährt kaum jemand täglich weiter. Für Ausflüge nehmen wir Fahrräder an, die wir selbst mitbringen.
- Ferienhaus: drei Schlafzimmer, 90 m², Klimaanlage und Küche, höchstens 100 m vom Strand, in der Gegend von Zadar.
- Wochen: jeweils Samstag bis Samstag im Jahr 2027, Mitte Mai, Ende Juli bis Anfang August, Mitte September.
Das Ergebnis pro Person und Woche
| Mai | Hauptsaison | September | |
|---|---|---|---|
| Boot | 483 € | 728 € | 579 € |
| Wohnmobil | 403 € | 658 € | 404 € |
| Ferienhaus | 279 € | 511 € | 194 € |
Preise pro Person für sieben Nächte, jeweils für vier Personen gerechnet. Ohne Anreise, ohne Essen, ohne Kurtaxe.
Im Mai und in der Hauptsaison kostet das Boot nur etwa 70 bis 80 Euro pro Person mehr als das Wohnmobil. Im September ist der Abstand deutlich größer.
Was in den Zahlen steckt
- Boot: Charterpreis und Servicegebühr (Endreinigung und Trinkgeld), dazu rund 320 Euro für Liegeplätze (zwei Nächte in der Marina, zwei Bojen zu je 50 Euro, die übrigen Nächte vor Anker) und rund 100 Euro Diesel. Die Liegeplätze und der Diesel sind unsere Schätzung aus der Praxis. Die Marinapreise hängen stark davon ab, welche Marina du anfährst: Eine Nacht kostet je nach Ort und Bootsgröße deutlich weniger oder deutlich mehr. Wir haben deshalb mit einem mittleren Wert gerechnet. Pauschal lässt sich das nicht sagen. Wer viel segelt, spart Diesel, wer jede Nacht in den Hafen geht, zahlt mehr.
- Wohnmobil: Miete mit Bereitstellungs-, Abhol- und Rückgabegebühr, dazu sieben Nächte auf dem Campingplatz für vier Erwachsene, Stellplatz, Strom und Wasser. Sprit vor Ort lassen wir weg, weil wir an einem Standort bleiben.
- Ferienhaus: der angezeigte Gesamtpreis. Endreinigung, Wäsche, Klimaanlage und die Kurtaxe sind schon darin enthalten.
Die Kaution
| Kaution | |
|---|---|
| Boot | 1.500 € |
| Wohnmobil | 2.000 € (Kreditkarte) |
| Ferienhaus | 300 € (bar) |
Beim Wohnmobil liegt zusätzlich eine Selbstbeteiligung von 2.000 Euro. Wer das nicht tragen will, kann für 60 bis 88 Euro eine Absicherung dazubuchen.
Was wir weggelassen haben
- Anreise: Beim Wohnmobil ist das Fahrzeug die Anreise, bei Boot und Haus fliegst oder fährst du extra. Weil das ein eigenes Thema ist, steht sie in keiner Zeile.
- Essen: Das kostet überall etwas, und wie viel, hängt stark davon ab, ob du selbst kochst. Wir haben auf unserem Törn im September viel gegrillt.
- Kurtaxe: Sie fällt bei allen drei an und hängt von Region und Größe ab. Beim Ferienhaus steckt sie im Preis, das ist ein kleiner Nachteil für das Haus in diesem Vergleich.
So kommst du bei jeder Variante günstiger weg
Unsere Zahlen sind ein Mittelweg. Wer genauer auf den Preis schaut, spart bei allen dreien:
- Boot: ein kleineres oder älteres Boot nehmen, eine andere Saison oder eine andere Basis wählen. Mehr ankern und an Bojen liegen statt in die Marina gehen, so oft es das Wetter zulässt. Wer viel segelt statt zu motoren, spart Diesel. Und mit einer größeren Crew teilt sich der Preis weiter.
- Wohnmobil: ein kleineres Fahrzeug oder einen Van statt eines großen Alkoven-Modells mieten. Einen einfacheren Campingplatz oder einen Platz ohne Strom wählen, und außerhalb der Hauptsaison fahren.
- Ferienhaus: eine Wohnung ohne Meerblick oder mit etwas Weg zum Strand wählen, kleiner und einfacher, und mit Frühbuchung nach günstigeren Wochen suchen.
Genauso geht es auch teurer: ein neueres Boot, mehr Marinanächte, ein Haus mit Pool. Unser Beispiel soll zeigen, wo ein vernünftiger Mittelweg ungefähr landet, nicht, was das Mindeste ist.
Bei allen drei Varianten haben wir uns für den Mittelweg entschieden. Am Ende hat aber jeder eigene Bedürfnisse: wie viel Platz, wie viel Komfort, wie viel Freiheit, wie viel Budget. Die muss man bei der Suche nach Boot, Wohnmobil oder Ferienwohnung berücksichtigen, und zwar für die eigene Crew und nicht für ein Durchschnittsbeispiel.
Wo die Rechnung wackelt
- Das Ferienhaus ist ein einzelnes Beispiel. Der niedrige Septemberpreis ist wahrscheinlich ein Ausreißer nach unten.
- Das Wohnmobil ist ein Richtwert: Das Fahrzeug im Beispiel ist ein Familienmodell, die Campingplatz-Preise stammen aus der Liste für 2026. Ein Modell mit zwei Doppelbetten für vier Erwachsene kostet vermutlich ähnlich oder etwas mehr.
- Beim Boot stehen Liegeplätze und Diesel nur als grobe Schätzung drin.
Was die Tabelle nicht zeigt
Eine Tabelle kann Preise vergleichen, aber kein Gefühl. Auf einem Segelboot bist du draußen: Du spürst den Wind, du hörst die Wellen am Rumpf, und wenn der Motor aus ist und die Segel stehen, ist es erstaunlich still. Du kommst nicht irgendwo an, du kommst bei dir an, und jeden Tag sehen die Küste und das Meer anders aus.
Dazu kommt etwas, das es im Ferienhaus und im Wohnmobil so nicht gibt: Das Boot kommt nur voran, wenn alle mitmachen. Einer steuert, einer kümmert sich um die Segel, einer behält die Karte im Blick, und alle zusammen bringen vier Leute und ein Boot vorwärts. Wenn das klappt, ist das ein gutes Gefühl, und es verbindet die Crew mehr als jedes gemeinsame Abendessen.
Unsere Meinung dazu
Die Zahlen sagen: Das Boot kostet am meisten, im Mai und in der Hauptsaison aber nicht weit vom Wohnmobil entfernt. Was jetzt kommt, ist unsere Meinung und keine Rechnung: Bei diesem Abstand wären wir lieber auf dem Boot, weil man jeden Tag woanders aufwacht. Wer vor allem günstig an einem festen Ort bleiben will, ist im Ferienhaus besser aufgehoben.
Vergleiche nicht den Preis, sondern was du für dein Geld bekommst.
Ein Haus ist am günstigsten, ein Wohnmobil bringt dich an einen Ort, und ein Boot ist jeden Tag ein Abenteuer.

